Schnäppchen bei swoopo.de

Swoopo.de. Puls rauf. Preis runter.

Eigentlich wollte ich schon vor längerer Zeit mal etwas über swoopo.de schreiben, doch ich kam bisher noch nicht dazu.
Doch jetzt wird es höchste Zeit dies nach zu holen.

Ich weiss ja nicht wer von euch allen swoopo.de schon kennt. Wer es noch nicht kennt, sollte sich freuen und die Finger davon lassen, alle anderen sollten die Finger davon lassen!

Ich gebe zu swoopo.de ist ein geniales aber teuflisches System, mit dem der Betreiber sich eine goldene Nase verdient.Doch wer meint da ständig Schnäppchen machen zu können, der täuscht sich oder kann ganz einfach nicht rechnen. Die leittragenden bei swoopo.de sind alle Bieter!

Swoopo funktioniert wei folgt:

– Die Artikel starten z.B. zum Preis von 0 € und ein Zähler läuft rückwarts.
– Ein Gebot kostet einen festen Betrag z.B. 50 Cent
– mit jedem Gebot steigt der Verkaufspreis um einen festgelegten Betrag (z.B. 10 Cent oder 2 Cent wie im Beispiel unten)
– Wenn der Zähler bei 0 ist, geht der Artikel für den aktuellen Preis + die Kosten für die abgegebenen Gebote an den letzten Bieter.
Doch nicht nur der Käufer zahlt für jedes Gebot 50 Cent, sondern jeder, der mitgeboten hat.

Hier ein Beispiel:

Bild

Ein 46 Zoll Fernseher für nur 71,86 € sieht sehr verlockend aus.
Da es sich dabei um eine 2 Cent Auktion handelt, kann man sich leicht ausrechnen, wie viele Gebote abgegeben wurden: 7186 Cent : 2 = 3593 Gebote. Bei 50 Cent pro Gebot hat der Betreiber der Seite bei diesem Fernseher 1796,5 € mit den Geboten allein verdient + 71,86 € wenn der Zähler jetzt bei 0 angekommen wäre.
Doch darauf kann man lange warten, denn der Zähler springt mit jedem Gebot wieder hoch, so dass andere Bieter auch noch genug Zeit haben um sich dazu durchzuringen ein weiteres Gebot abzugen.

Bild

Mittlerweile steht der Fernseher bei 73,62 € = 3681 Gebote x 50 Cent pro Gebot = 1840,5 € allein mit Geboten verdient. Nicht schlecht für einen Fernseher , der neu angeblich 773,95 kostet.
Selbst wenn jetzt jemand den Fernseher für 73,62 € kaufen sollte, so hat er nicht zwangsläufig ein Schnäppchen gemacht. Denn vielleicht hat diese Person die hälfte aller abgegebenen Gebote abgegeben und das würde bedeuten sie müsste allein schon 920 € für die 1800 abgegebenen Gebote bezahlen + die 73,62 € vom Auktionspreis.

Nun überlegt euch mal, dass da 2 Personen sitzen, die abwechselnd sich überbieten. Wenn diese 2 Personen erst einmal an einem Punkt angekommen sind, wo jeder z.B. bereits 500 € mit Geboten in die Auktion investiert hat, so werden sie nicht mehr aufhören zu bieten selbst wenn sie bereits 773,95 € (Neupreis des Fernsehers) für Gebote investieren würden. Schließlich will man nicht knapp 770 Euro für Gebote ausgeben ohne etwas dafür zu bekommen und dem anderen Bieter den Fernseher überlassen. Da setzt man seine maximale Grenze doch lieber um 100 € hoch in der Hoffnung den Fernseher dann zu ersteigern und so geht das die ganze Zeit weiter.

Meiner Meinung nach kann man swoopo.de auch mit Glücksspiel vergleichen – damit meine ich diese Walzenautomaten. Schließlich gilt auch dort die Regel: Je länger man dran bleibt desto wahrscheinlicher ist es, dass man Gewinnt.

Fazit:
– Der Betreiber verdient sich dumm und dämlich
– Ein Schnäppchen bekommt maximal eine Person und viele andere zahlen ebenfalls dafür
– mit jedem Gebot steigt der Druck den Artikel ersteigern zu wollen, da man bereits Geld investiert hat
– Je mehr Leute da mitmachen desto mehr Leute werden vom Betreiber ausgenommen
– der sichtbare, niedrige Auktionspreis ist nur ein Lockmittel, daher gibt es auch z.B. die 2 Cent Auktionen (Auktionspreis von 20 € sieht schließlichbesser aus als 100 €)
– swoopo.de macht „Spielsüchtig“

Also Finger weg von swoopo.de!

9 thoughts on “Schnäppchen bei swoopo.de

  1. Daniel

    Hast Du evtl. schon mitbekommen, das man dort auch für wenig geld Bids-Gutscheine ersteigert kann? Die gehen teilweise für wenig Geld weg und man hat für 150 Euro Guthaben zum bieten.

  2. Alexander

    Ja, das habe ich schon mitbekommen. Das ist doch nur ein Versuch das ganze Treiben etwas zu verharmlosen und um das ganze anzukurbeln, da man mit den ersteigerten Bids noch öfter bietet und noch weniger darüber nachdenkt.

  3. Mannie

    Bietgutscheine sind die perverseste Art der Verarschung. Sie führen dazu, daß:
    a) der Anbieter weiterhin aus Scheisse Geld macht
    b) das Spiel (die „Auktion“) am Laufen bleibt, bzw. anläuft
    c) die Gewinnchancen der anderen Mitspieler noch unkalkulierbarer werden

  4. eltoro

    hallo

    also ich versteh das ganze gemeckere nicht ganz – millionen von menschen spielen jede woche weltweit lotto und gewinnen ihr ganzes leben nicht (waehrend die gesellschaften ja auch einen riesengewinn daran machen da soviel ich weiss ja auch nur ca. 50% der einsaetze als gewinne ausgeschuettet werden) und da entscheidet dann ein los oder eine bestimmte nummer fuer den hauptgewinn – und keiner regt sich darueber auf weder das er nichts gewonnen hat noch ueber das system noch ueber die betreiber.

    bei onlineversteigerungen im internet kannst du wenigstens halbwegs mit viel geduld und genauerem beobachten auch wirklich so manches schnaeppchen abraeumen und selber noch entscheiden wann du mitbietest und wann nicht.

  5. Alexander

    Von Lotto halte ich genau so wenig. Glücksspiel allgemein ist so eine Sache… Doch bei Lotto ist zum Beispiel jedem bekannt wie viel der Einsätze ausgeschüttet werden und wie viel man selbst verliert.
    Bei Swoopoo ist das ganze jedoch eher verschlüsselt. Die kleinen Centbeträge suggerieren ein Schnäppchenparadies und erst wenn man sich Gedanken über das Konzept macht und sich das mal durchrechnet, wird einem klar, dass dabei nur einer profitiert und zwar der Betreiber.
    Auch wenn ich von Lotto genau so wenig halte, ist es doch etwas anderes. Nur dort hat man die Möglichkeit auf einen Schlag Millionär zu werden und dort wird man auch nicht systematisch in ein Dilemma getrieben.

  6. Lapsus

    Aber was ist mit den Leuten, die eine Auktion für sich entschieden haben und damit trotzdem unter dem Preis eines Ladengeschäftes liegen? Die haben doch im Prinzip auch profitiert. Bei so vielen Usern können ja nicht nur Verlierer dabei sein. Genauso wenig können alle Gewinner Angehörige des Unternehmens sein. Ich denke mal da ist viel Gerede und der Neid auf eine Geschäfstidee, die ordentlich gut funktioniert.

  7. Alexander

    Zugegeben, es ist eine geniale Geschäftsidee, mit der der Anbieter so viel verdient, dass er garantiert jetzt schon ausgesorgt hat.
    Doch es ist doch so offensichtlich, dass man als Nutzer nur mit Glück und Erfahrung ein kleines Schnäppchen machen kann.
    Die Ersparnis steht keineswegs im Verhältnis zum Risiko, welches man dort eingeht und je mehr Leute da mitmachen, desto unwahrscheinlicher wird dort ein Schnäppchen.
    Ich vermute, dass du bei swoopo eingestellt bist oder das Prinzip nicht wirklich verstanden hast bzw. selber noch keine objektiven Erfahrungen bei swoopo gesammelt hast.
    Ich rate jedenfalls jedem davon ab sich bei swoopo anzumelden.

  8. Lapsus

    Aber wird das Risiko nicht damit reduziert, dass man diese Direktkaufoption anwenden kann? So wie ich das verstanden habe, kann man bei einer verlorenen Auktion den Artikel dann trotzdem erwerben und bekommt die Gebote auf den Gebotsendpreis angerechnet. Und „Nein“ ich bin nicht bei Swoopo angestellt.

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